Die Dachkammer

February 27, 2005

Tradition und Kultur???

Filed under:

Sie ist fuer Europaer ein wenig gewoehnungsbeduerftig, die Kultur (Kultur?) hier, denke ich. Was auch immer von ebendieser im Originalformat noch uebrig ist :( .

Ich frage mich, ob Frauen hier irgendeine Bedeutung haben.
An Feiertagen steht sie (in dem Fall meine Vermieterin) den ganzen Tag in der Kueche, waehrend Mann, Kinder und Enkelkinder Nachbarn besuchen gehen.
Mann (in diesem Fall mein Vermieter, Rentner und auf den Reisfeldern steht noch keine Arbeit an) ist auch den ganzen Tag mit seinem Rad auf Sauftour.

So auch wieder heute.
Anlass Hochzeit bei den Nachbarn.
Fein gemacht hat er sich wieder. Schicken Anzug mit weissen Turnschuhen, obwohl, in der Kirche hatte er glaube ich andere Schuhe an, denn heute morgen war er irgendetwas am polieren. Als er von der Festivitaet wiedergekommen ist, ging’s direkt mit dem Rad weiter.

Auf der anderen Seite erledigt sie alles finanzielle. Miete und Nebenkosten kassieren und zur Bank bringen. Und das obwohl sie kaum lesen, schreiben und rechnen kann. Er wahrscheinlich noch weniger.

Von dem nichtvorhandenen Respekt in dieser Region anderen gegenueber (nicht nur Nicht-Koreanern) reden wir lieber mal gar nicht. Ich habe bisher bnur einen aelteren Herrn in der Nachbarschaft kennen gelernt, der sich meinen Respekt durch seine bestaendige freundliche Art verdient hat.
Von all den Dingen, die hier waehrend der Krigsjahre passiert sind, sollte man sich doch dennoch einen gewissen Respekt anderen Menschen gegenueber bewahren. Zumindest dann, wenn ich diesen auch entgegengebracht haben moechte.

Vielleicht / wahrscheinlich liegt es auch einfach nur daran, dass wir hier am Arsch Ende Koreas wohnen und die Welt halt doch vom schnoeden Mammon regiert wird.

February 26, 2005

Gegensaetze

Filed under:

Gegensaetze

February 15, 2005

Seoul in Augenblicken

Filed under:

Wider erwarten war unser Wochenende in Seoul ein voller Erfolg.
Nach der stressigen Woche und einem etwas angenervten Freitagabend von Seiten meines Goettergatten, der sich Samstagmorgen an nichts erinnern konnte, was er am Vorabend losgelassen hat. Naja, ich bin ja gut im vergeben und vergessen, oder wie war das mit den vielen Geschenken, die ich mir in Seoul kaufen darf? ;)

Oh well….Hundis Samstag morgen bei S. geparkt, ganz kurzes, schnelles verabschieden. Auto geparkt und mit Taxi zum Bahnhof. Wie ueblich sind wir mal wieder eine Stunde zu frueh. Tolle Planung :)
Nun, der Bahnhof in dem Kaff hier ist nicht mit einem normalen Europaeischen Bahnhof zu vergleichen. Kaffee gibt es zwar, doch kaum Plaetze, sich irgendwo hin zu setzen. Und Kaffees sind auch Mangelware. Die frostigen Temperaturen sind auch nicht zu unterschaetzen.
Haben dennoch eins gefunden. Oder so etwas aehnliches. Haben auch einige Tassen Kaffee dort getrunken. In sehr familiaerer Atmosphaere, kurz vor dem Kimchifruehstueck sind wir dann weg, nachdem Tochter 2 im Schlafanzug durch das Kaffee ist, um sich irgendwo im Haus die Zaehne putzen zu gehen.
Mein Mann hat PushPush auf seinem Telefon gespielt und ich habe mir Koreanische Fernsehshows angeguckt. Fuer alles andere war ich eh zu muede.

Das Kaffee (man beachte den enormen Ofen, der als Waermequelle fuer den ganzen Raum dient!)

Kaffee

Ein Bild in dem Kaffee. Ich finde den Typen einfach klasse und wuesste zu gerne, wer das ist. Bisher habe ich nur herausgefunden, dass es wohl ein buddhistischer Moench ist. Naja, ein paar Monate habe ich ja noch zur Recherche.

Moench

Dieses nette aeltere Ehepaar in traditionellen Klamotten musste ich auch unbedingt mitnehmen :)

Ehepaar

Vor allem Ihn

ER2

Erster Klasse in Koreanischen Schnellzuegen hat was :) (Sorry fuer die Unschaerfe)

Zug

Berge mit Schneemuetze (mal was anderes, als die ewigen Reisfelder, die eh grade nur braun sind. Zur Zeit sogar dunkelbraun, da verbotenerweise noch “Naturduenger” benutzt wird. Also: Augen auf, beim Reiskauf ;) Nicht den aus Korea nehmen :) )

Schneeberge

Hochhaeuser mit schoener Aussicht mitten in Reisfeldern

Aussicht

Feuermelder, Minifeuerloescher und Sandsaecke. Naja, besser, als nix oder wie?

Feuermelder

SEOUL

Soldatendenkmal am Militaermuseum

Soldatendenkmal

Funkturm

Funkturm

Stapelweise Haeuser

Stapelhaeuser

So, Zugfahrt und Taxifahrt haben wir hinter uns und sind im Hotel angekommen. Kleine Ueberraschung: Der Service ist Super und das Zimmer auch! Sind sogar auf der Executive Etage. Na denn.

Foyer

Foyer2

Blick aus dem Hotelzimmer, 18. Etage

Fensterblick

Blick aus unserem Fenster auf den Fernsehturm bei Nacht. Ueber dem Turm war noch ein wunderschoner Mond zu sehen, doch leider hatte ich kein Stativ dabei, seufz.

Fernsehturm2

Blick aus dem Loungefenster, gleiche Etage

Loungeblick

Lounge2

Lounge3

Zweimal Koreanisches Ambiente vor dem Hotel

Vor Hotel

VorHotel2

Abends waren wir im Hotel schoen gepflegt an der Bar und haben im Restaurant lecker gespeist. Und danach gings ab ins Casino. Leider war wohl ein japanischer Feiertag und es waren ganze Busladungen von Japanern im Casino. Hatten nach einer kleinen Anlaufphase dann doch unseren Spass und waren gegen halb zwei wieder im Hotel und sind ins Bett gefallen. Naja, fast ;)

Den zweiten Teil gibt es morgen. Versprochen :)

February 9, 2005

Frohes Neues Jahr

Filed under:

Wuensche ich allen Koreanern, Buddhisten oder wer auch immer das heute feiert.
Heute ist in Korea Neujahr. Nach dem Mondkalender, wenn ich mich jetzt nicht voellig irre.
Alles geschlossen an Geschaeften.
Nichts geht mehr.
Jeder hat Besuch von mehr oder weniger geliebter Verwandtschaft, wie bei uns.
Die Maenner gehen im Anzug oder sonstwie fein gemacht “spazieren”, die Nachbarn besuchen oder halt sonst wohin. Die Kinder haben bei der Gelegenheit Trachten an, die Erwachsenen passend zum Anzug Turnschuhe oder Sandalen, muss man ja eh gleich wieder ausziehen, oder wie?
Die Frauen stehen in der Kueche und bereiten das Essen vor. Restaurants sind auch alle geschlossen heute.
Meine Vermieterin hat mir zur Feier des Tages auch wieder was koreanisches gebracht, in viel Fett aber bestimmt auch mit viel Liebe gebraten. Es schmeckt tatsaechlich gut, weiss ich noch vom letzten Mal.

Da bin ich ja doch gar nicht sooo bloed. Das sagt Wikipedia zum Thema Koreanisches Neujahr:

Feste des Mondkalenders

Traditionelle GlockeDer Koreanische Mondkalender ist in 24 Wendepunkte (Jeolgi) unterteilt, welche je 15 Tage dauern. Während der agrarischen Zeit in der Vergangenheit war der Mondkalender der einzige Kalender. Im heutigen modernen Leben der Koreaner verschwindet der Mondkalender aber langsam.

Traditionelle Feste werden aber noch immer nach dem Mondkalender gefeiert. Das größte Fest ist der Neujahrstag (Gujeong). Weitere große Feste sind der erste Vollmond (Jeongwol Daeboreum), das Frühlingsfest (Dano) und das Erntedankfest (Chuseok).

Ältere Generationen feiern ihren Geburtstag noch immer nach dem Mondkalender, jüngere Semester eher nicht.

Mh, also, wenn ich wollte, koennte ich jetzt schon dreimal im Jahr Neujahr feiern. Samhain, dann “unser” regulaeres Neujahr und nun noch das nach dem Mondkalender. Doch dann wuerde ich wohl etwas durcheinander kommen :D Verrueckte Welt.

February 7, 2005

Einige Punkte zum Volk der Koreaner (Sued)

Filed under:

Einige Punkte zum Volk der Koreaner (Sued)

Wichtig!!!!
Dies betrifft die Gegend, wo wir gerade leben!!! Ich denke in Seoul sieht die Sache schon ganz anders aus ;)

* Ein fuer mich wahrscheinlich ewiges Phaenomen: Koreaner scheinen nicht zu schwitzen. Egal, ob sie mit mir bergauf durch den Wald wandern, bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Nix. Nur einmal habe ich einen im Fernsehen beim Qui Gong schwitzen sehen…. Revidiere diese Aussage ein wenig. Jetzt wirds richtig warm hier und siehe da, auch die Koreaner schwitzen
* Sind immer hoeflich, manchmal zurueckhaltend, meisstens aber sehr offen und freundlich
* OK, an das Nasehochziehen und ausspucken, werde ich mich wohl nie gewoehnen, schauder
* Genausowenig an den Geruch von Mottenkugeln
* Sind nicht an Frauen in kurzen Hosen und Tops gewoehnt, also bitte wappnen vor irritierten Blicken zumindest in laendlichen Regionen und aelteren Damen, die einen vor einem Sonnenbrand warnen wollen
* Hupen staendig beim Autofahren und fahren schlimmer, als alle Europaer zusammen
* Haben oftmals O-Beine, da sie manchmal Stundenlang in der Hocke irgendwo sitzen und so wohl auch die Feldarbeit erledigen (oftmals ist der Ruecken auch entsprechend geformt)
* Die meissten lieben Tiere und Hunde, haben aber einen Heidenrespekt vor selbigen
* Viele springen auch ins Gebuesch, wenn ich mit King vorbeikomme oder bekommen fast nen Herzkaspar
* Die Hundehaltung laesst fuer Europaeische Verhaeltnisse sehr zu wuenschen uebrig. Mit Hunden spazieren gehen? Hunde im Haus? Nein. Hund an der Kette im Hof mit Hundehuette ist eigentlich der Regelfall. Oder aber * Hunde mit seltsam geschorenem Fell, Pudel mit rosa Ohren und T-Shirts. Alles Geschmacksache.
* Schuhe ausziehen beim betreten einer Wohnung!!!
* Westliches Besteck, Teller, grosse Duschtuecher und Bettwaesche zu finden ist Glueckssache und ein kleines Abenteuer
* In den traditionellen Haeusern scheint es keine Doppelverglasung zu geben, dafuer sind zwei Fenster hintereinander drin, die man alle schieben kann, ausserdem auch verschiebbare Fliegengitter, so dass man eigentlich immer vor den laestigen Biestern geschuetzt ist
* In den Waeldern gibt es viele Fitnessplaetze, wo sogar Hullahuppreifen haengen
* Niemand scheint hier das Wort Diebstahl zu kennen, obwohl viele Menschen bitterarm sind
* Nicht wundern, wenn Koreaner einfach mit in die Wohnung stapfen, scheint so ueblich zu sein (obwohl mir jetzt jemand gesagt hat, dass dies als extrem unhoeflich angesehen wuerde, gruebel…)
* Sehr Hilfsbereit!!!
* ALLES SAMSUNG ;)
* Elektrogeraete wie Kuehlschrank und Waschmaschine sind ueberdimensional. Es ist schwierig Waschmaschinen unter 10 Kilo Ladekapazitaet zu finden. Auch gehen die urspruenglichen Maschinen nach oben auf. Die konventionellen, bei uns bekannten Waschmaschinen sind hier ziemlich teuer. Auch ist es hier weit verbreitet, die Waesche kalt zu waschen. Die Machine selbst heizt nicht. Dafuer muss man dann das warme Wasser anstellen (laeuft ueber das Gas) und dann kann man Waesche mit warmem Wasser waschen
* Die Armatur an den Waschbecken ist andersherum. Der Hebel ist nicht von unten nach oben sondern von oben nach unten zu betaetigen. Etwas gewoehnungsbeduerftig
* Es gibt keine Muellcontainer zum sammeln des Hausmuells. Es gibt scheints seit Generationen festgelegte Plaetze, wo der Muell des Tages gesammelt und frueh morgens von Muellmaennern abgeholt wird. Leider gibt es sehr viele streunende Katzen und Hunde. Dementsprechend sehen diese Plaetze aus.
* Angeblich verstopfen die Toiletten, wenn man das Toilettenpapier mit runterspuelt. Ergo: Bitte das Papier in den Muelleimer werfen (nicht mit mir, sorry….)

Mal sehen, was ich alles vergessen habe oder was mir sonst noch ein - und auffaellt….